Frühe Jahre zwischen Magie und Mythos

Michel Skala wurde in einer Neumondnacht an einem Dezember-Sonntag des Jahres 1960 in der südserbischen Stadt Niš geboren. Schon seine Geburt war von einem Hauch des Geheimnisvollen begleitet: Ein drei Zentimeter großes Muttermal an seiner linken Hand und unerklärliche Schwindelanfälle prägten seine ersten Lebensjahre. Erst als seine drei Tanten – Hüterinnen einer alten Tradition von Heilerinnen – ihn zu einer Kräuterfrau auf eine abgelegene Insel brachten, endeten diese Beschwerden.

Die nächtliche Überfahrt über den Fluss, der Gesang der alten Frau, die Schatten des Feuers an den Wänden – all das blieb als schemenhafte Erinnerung zurück. Als Michel wieder zu sich kam, war das Muttermal verschwunden, und die Anfälle kehrten nie zurück. Seine Tanten erklärten ihm später, dass das Mal nur verborgen sei und eines Tages wieder erscheinen werde, wenn er bereit sei, sich den Kräften zu stellen, die seit seiner Geburt auf ihn einwirkten.

Prägende Kindheit in einer Welt voller Natur und Geschichten

Seine Großeltern wurden zu den wichtigsten Gestaltern seiner frühen inneren Welt. Die Großmutter zeigte ihm, wie man die Stimmen des Feuers hört und die Wunder der Natur wahrnimmt. Der Großvater und dessen Freund Kosta erzählten ihm Geschichten, die seine Fantasie beflügelten und seine Imaginationskraft formten.

Bis zu seinem fünften Lebensjahr lebte Michel auf dem Hof der Großeltern, umgeben von Tieren, Wäldern und einer Natur, die sich tief in sein Empfinden einprägte. Diese Jahre wurden zum Fundament seines späteren Lebens, das immer wieder mit Magie, Natur und innerer Wandlung verwoben war.

Jugend in Österreich und erste literarische Schritte

Mit sechs Jahren zog die Familie in den Wienerwald, in das damals beschauliche Purkersdorf. Dort verbrachte Michel seine gesamte Jugend. Die Kirche zeigte früh Interesse an ihm, doch sein Vater – überzeugter Kommunist – verhinderte eine theologische Laufbahn.

Mit fünfzehn schrieb Michel seinen ersten Roman „Werwölfe gegen Vampire“. Obwohl das Manuskript in den 1970er-Jahren keinen Verleger fand, markierte es den Beginn seines literarischen Weges.

Beruflicher Werdegang und Kampfgeist

Nach einer Lehre als KFZ-Techniker und dem Militärdienst schlug Michel den Weg des Versicherungskaufmanns ein und machte sich 1991 selbstständig. Ein Sonnentanz-Seminar im Waldviertel veränderte jedoch sein Leben: Er begann eine zwölfjährige Lehre bei einem schwedischen Schamanen, durchlief alle Initiationsrituale und wurde schließlich mit den Worten „Du bist bereit“ in die Selbstständigkeit des schamanischen Weges entlassen.

In den 1990er-Jahren entwickelte Michel eine technische Lösung zur Reduktion von Sondermüll und ließ sie in Deutschland patentieren. Sein Kampf gegen Umweltverschmutzung führte ihn an die Nord- und Ostsee, wo er sich jahrelang gegen große Konzerne stellte. Erst als seine Familie eingriff, beendete er diesen kräftezehrenden Kampf.

Kurz darauf wurde er von der schottischen Umweltkommission in Aberdeen ausgezeichnet: Man übertrug ihm Parzellen in einem Naturschutzgebiet der Highlands, verbunden mit der Verpflichtung, sie zu schützen. 1996 erhielt er einen schottischen Lordtitel und wurde in das „Who Is Who“ der 50.000 bedeutenden Persönlichkeiten Österreichs im Naturschutz aufgenommen.

Es folgten wirtschaftlich erfolgreiche Jahre, Firmengründungen, Präsidentschaften in Karate- und Kickboxverbänden sowie eine Funktion im Bundesausschuss der Wirtschaftskammer Österreich. Als Gründervater des Expertenrates Österreich setzt er sich bis heute für die Unabhängigkeit seiner Berufskollegen ein.

Innerer Wandel und Rückkehr zur Magie

Die Finanzkrise 2009 wurde zum Wendepunkt. Michel stellte sich die Frage: „Was ist im Leben wirklich wichtig?“ Die Antwort führte ihn zurück zu seinen Wurzeln – zu den Zeremonien, zur Magie seiner Kindheit und zu seinem ersten Roman.

Er begann zu reisen: vom Balkan bis in die schottischen Highlands, weiter bis zum Kap der Guten Hoffnung. Auf diesen Wegen fand er seine Muse wieder. Inspiriert von Ernest Hemingway reiste er nach Havanna, wo der Funke für sein erneutes Schreiben endgültig übersprang.

Zurück in Wien begann er Bücher zu verfassen, die seine Lehren, Erfahrungen und inneren Reisen widerspiegeln. Seine Geschichten handeln von Menschen, die an ihre Grenzen stoßen, kurz vor dem Scheitern stehen und in diesem entscheidenden Moment eine Kraft in sich entdecken, die alles verändert.

Es sind jene Grenzen zwischen unendlicher Angst und unendlichem Mut – Grenzen, die Michel selbst immer wieder durchschritten hat.